Überblick

BERLIN – Hauterkrankungen liegen immer noch mit weitem Abstand an der Spitze der Berufskrankheiten. 2017 machten sie rund 60 Prozent (!) aller bestätigten Verdachtsmeldungen bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) aus.

Zuletzt wurden erstmals mehr als 25.000 berufsbedingte Hauterkrankungen bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gemeldet. Eine positive Entwicklung, denn je eher die Belastungen am Arbeitsplatz erkannt werden, desto rascher kann auch Abhilfe geschaffen werden. Doch zu viele nehmen ihre berufsbedingten Hautprobleme immer noch auf die leichte Schulter.

Berufsbedingte Hauterkrankungen haben viele Gesichter. Zahlreiche Berufsgruppen tragen ein erhöhtes Risiko: Briefzusteller, Dachdecker, Kranken- und Altenpfleger, Politessen, Straßenbauarbeiter, Landwirte, Hausmeister, Metaller... Etwa vier Millionen Bundesbürger, Frauen wie Männer, sind betroffen.

Der Anerkennung von Hautkrebs als Berufserkrankung hat Konsequenzen: Der Gesetzgeber – in diesem Fall der Bundesrat – hat zur Stärkung der Prävention eine Änderung der Arbeitsmedizinischen Vorsorge-Verordnung (ArbMedVV) beschlossen. Arbeitgeber werden darin verpflichtet, ihren Außenbeschäftigten arbeitsmedizinische Beratungen und – mit Einverständnis der Beschäftigten – Untersuchungen anzubieten.

Oft unterschätzt – Beruflich bedingte Hautprobleme

Hand- und Kontaktekzeme und heller Hautkrebs stellen den größten Teil der gemeldeten Berufskrankheiten dar. Feuchtarbeit führt ungeschützt leicht zu (Hand-)Ekzemen, Umgang mit hautbelastenden Substanzen löst Kontaktallergien aus, die Arbeit im Freien ohne hinreichenden Schutz vor natürlicher UV-Strahlung ist Auslöser von Hautkrebs.

Fehlzeiten am Arbeitsplatz sind die mittelbare Folge. Doch deshalb den Job aufzugeben und für den Wirtschaftsstandort Deutschland qualifizierte Mitarbeiter zu verlieren, ist fast immer vermeidbar.

Früherkennung und Vorsorge – mit allen Mitteln

Die Prävention, d. h. die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren – mit allen geeigneten Mitteln – ist ureigenste Aufgabe der gesetzlichen Unfallversicherung. Maßnahmen der Arbeitsgestaltung müssen bereits im Hinblick auf arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren getroffen werden - nicht erst, wenn eine Berufskrankheit droht.

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet jeden Arbeitgeber, Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen bei der Arbeit und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren einschließlich der menschengerechten Gestaltung der Arbeit zu treffen. Mehr dazu bei Wikipedia unter dem Stichwort "Berufskrankheiten".

Beachten Sie auch den Ratgeber und die neuesten Nachrichten rund um das Thema Hautgesundheit am Arbeitsplatz.
 
Ganz im Zeichen der Aufklärung über Ursachen und mögliche Schutzmaßnahmen steht vom 9. bis 13. November 2020 auch die bundesweite Aktionswoche Haut&Job. Kliniken und Hautarztpraxen können kostenlos Material – Poster und Flyer – anfordern, um ihre Besucher zu informieren.
 
Die bundesweite Aktionswoche ist Teil einer gesamteuropäischen Initiative „Healthy Skin@Work“ unter dem Dach der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) mit dem Ziel, die Zahl der beruflich bedingten Hauterkrankungen deutlich zu verringern und den Hautschutz am Arbeitplatz zu verbessern.
 
Sie haben Hautprobleme und vermuten einen Zusammenhang mit Ihrer beruflichen Tätigkeit? Unser Selbsttest hilft Ihnen, Klarheit zu gewinnen und für das nachfolgende Gespräch mit einem Hautarzt Ihres Vertrauens. Mehr dazu -> hier
 
 
 
 
Außerdem haben wir für Sie einen Informationsflyer zur Hautgesundheit im Beruf zum Download hinterlegt. Mehr dazu -> hier