Berufseingangsuntersuchung kann frühzeitig Klarheit verschaffen

Vorsorge: Jeder kann selbst etwas tun

BERLIN – Jeder kann selbst vorbeugen, wenn er berufsbedingte Hauterkrankungen vermeiden oder auch anlagebedingte eigene Risiken vermindern will.


 
Eine erste Möglichkeit (primäre Prävention) stellen Berufseingangsuntersuchungen nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz dar. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass aufgrund des zunehmend höheren Berufseinstiegsalters eine Vielzahl von Berufsanfängern nicht erreicht wird.
 
Es besteht grundsätzlich in diesem Rahmen die Möglichkeit, bei Unsicherheiten im Hinblick auf die diagnostische Einordnung einer Hautveränderung eine Ergänzungsuntersuchung, z.B. bei einem Dermatologen, zu veranlassen (§38 JuArbSchG).
 
„Prophetische“ Allergietestungen (z.B. Epikutan-Testung einer Jugendlichen vor Beginn einer Friseurausbildung mit der Friseurallergenreihe) sind aufgrund des  Sensibilisierungsrisikos durch die medizinische Behandlung hierbei nicht angezeigt (Schnuch 2005).

Mit der Einführung der aktuellen, seit Januar 2005 geltenden Gefahrstoffverordnung sind zudem zum ersten Mal arbeitsmedizinische Untersuchungen bei Beschäftigten verpflichtend vorgeschrieben, die vier Stunden oder mehr Feuchtarbeit täglich verrichten.
 
Beschäftigten die zwei oder mehr Stunden Feuchtarbeit verrichten, muss der Arbeitgeber eine arbeitsmedizinische Untersuchung zumindest anbieten.
 
Es ist sinnvoll, dass die hierbei durchzuführenden betriebsärztlichen Untersuchungen nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatzes 24 (G24) auch die möglicherweise vorhandene Neigung zur Ekzementwicklung (atopische Hautdisposition) abklärt.

Ein weiteres Mittel der primären Prävention stellt die Bereitstellung hautschonender Arbeitsplätze dar (Verhältnisprävention); die Einzelheiten sind in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) aufgeführt.
 
In den TRGS wird der grundsätzliche Vorrang technischer und organisatorischer Maßnahmen (z.B. Automatisation, Kapselung von Maschinen etc.) vor persönlichen Schutzmaßnahmen betont.
 
Da das (häufig unerlässliche) Tragen von Handschuhen selbst zu einem feuchten Milieu (innerhalb des Handschuhs) führen kann, wird zudem auf eine entsprechende Arbeitsorganisation – ein Wechsel von Feucht- und Trockenarbeit – empfohlen.

Technische und organisatorische Maßnahmen haben rechtlich betrachtet Vorrang vor dem Eigenschutz. Arbeitshandschuhe sind dennoch für "Profis" ein Muss.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Literatur:
Schnuch A., Aberer W., Agathos M. et al. Durchführung des Epikutantests mit Kontaktallergenen. In: Korting H.C., Callies R., Reusch M. et al. (eds.): Dermatologische Qualitätssicherung, Leitlinien und Empfehlungen. ABW Wissenschaftsverlag Berlin, 2005, 4.Aufl., S 414-7.